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Für Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Beispiel Direktversicherung in der betrieblichen Altersversorgung (bAV)

Grundlagen und Praxisbeispiele zur betrieblichen Altersversorgung

Die Direktversicherung zählt zu den fünf gesetzlich anerkannten Durchführungswegen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) in Deutschland. Sie wird durch einen Lebensversicherungsvertrag realisiert, den der Arbeitgeber zugunsten des Arbeitnehmers abschließt. Die Beiträge können sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer – etwa durch Entgeltumwandlung – finanziert werden. Im Folgenden wird anhand eines konkreten Beispiels erläutert, wie eine Direktversicherung in der Praxis funktioniert, welche Vorteile sie bietet und welche Aspekte bei der Umsetzung zu beachten sind.

Auf einen Blick
Lesedauer ca. 4 Min.

Die wichtigsten Fakten

  • Die Direktversicherung ist eine Lebensversicherung, die der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer abschließt.
  • Sie ist eine der fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung.
  • Steuerliche Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind möglich.
  • Steuerliche Vorteile und Sozialabgabenersparnisse machen sie attraktiv.
  • Die Direktversicherung bietet Flexibilität und Sicherheit für die Altersvorsorge.
  • Sie ist einer von fünf Durchführungswegen der betrieblichen Altersversorgung.

Praxisbeispiel: Direktversicherung im Unternehmen

Ausgangssituation

Die fiktive Muster GmbH, ein mittelständisches Unternehmen mit 50 Mitarbeitern, möchte ihren Angestellten eine betriebliche Altersversorgung anbieten. Nach einer Analyse der verschiedenen Durchführungswege entscheidet sich die Geschäftsführung für die Direktversicherung, da diese flexibel, administrativ überschaubar und für beide Seiten vorteilhaft ist.

Vertragsabschluss und Beitragszahlung

Die Muster GmbH schließt mit einem Versicherungsunternehmen einen Gruppenvertrag ab, der für alle teilnehmenden Mitarbeiter gilt. Die Beiträge werden wie folgt gestaltet:

  • Arbeitgeberfinanziert: Der Arbeitgeber zahlt monatlich 50 € pro Mitarbeiter in die Direktversicherung ein.
  • Arbeitnehmerfinanziert (Entgeltumwandlung): Die Mitarbeiter können zusätzlich bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (West) steuer- und sozialversicherungsfrei umwandeln. Im Beispieljahr 2024 entspricht dies einem maximalen Betrag von 3.516 € pro Jahr (4 % von 87.600 €). Ein Mitarbeiter mit einem Bruttogehalt von 4.000 € monatlich wandelt beispielsweise 200 € um.

Steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Behandlung

Die Beiträge zur Direktversicherung unterliegen bestimmten steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Regelungen:

  • Arbeitgeberbeiträge: Diese sind für den Arbeitgeber als Betriebsausgaben abziehbar. Für den Arbeitnehmer sind sie bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze steuer- und sozialversicherungsfrei.
  • Arbeitnehmerbeiträge (Entgeltumwandlung): Diese Beiträge reduzieren das zu versteuernde Einkommen und sind ebenfalls bis zur genannten Grenze sozialversicherungsfrei. Der Mitarbeiter spart dadurch Lohnsteuer und Sozialabgaben.

Im Beispiel des Mitarbeiters mit 200 € Entgeltumwandlung monatlich ergibt sich folgende Ersparnis:

  • Lohnsteuerersparnis: Bei einem angenommenen Grenzsteuersatz von 30 % spart der Mitarbeiter ca. 60 € monatlich.
  • Sozialabgabenersparnis: Bei einem durchschnittlichen Sozialversicherungssatz von 20 % spart der Mitarbeiter zusätzlich ca. 40 € monatlich.

Insgesamt fließen also 200 € in die Direktversicherung, während der Mitarbeiter netto nur etwa 100 € weniger zur Verfügung hat.

Leistungen im Versorgungsfall

Die Direktversicherung sieht vor, dass die Leistungen im Alter, bei Invalidität oder im Todesfall an den Arbeitnehmer bzw. dessen Hinterbliebene ausgezahlt werden. Im Beispielvertrag der Muster GmbH sind folgende Leistungen vereinbart:

  • Altersrente: Ab dem 67. Lebensjahr erhält der Mitarbeiter eine monatliche Rente, deren Höhe von den eingezahlten Beiträgen und der Überschussbeteiligung des Versicherers abhängt.
  • Invaliditätsrente: Bei Erwerbsminderung wird eine lebenslange Rente gezahlt.
  • Hinterbliebenenrente: Im Todesfall erhalten die Hinterbliebenen eine Rente oder eine einmalige Kapitalzahlung.

Die Auszahlungen unterliegen der nachgelagerten Besteuerung, d. h., sie werden im Alter mit dem dann gültigen persönlichen Steuersatz versteuert. Da dieser in der Regel niedriger ist als während des Erwerbslebens, ergibt sich ein steuerlicher Vorteil.

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Vorteile der Direktversicherung

Für Arbeitgeber

  • Attraktivität als Arbeitgeber: Eine betriebliche Altersversorgung steigert die Attraktivität des Unternehmens und kann die Mitarbeiterbindung erhöhen.
  • Steuerliche Vorteile: Die Beiträge sind als Betriebsausgaben abziehbar.
  • Geringer Verwaltungsaufwand: Im Vergleich zu anderen Durchführungswegen wie der Pensionszusage oder der Unterstützungskasse ist die Direktversicherung administrativ weniger aufwendig.
  • Flexibilität: Der Arbeitgeber kann die Beiträge je nach wirtschaftlicher Lage anpassen.

Für Arbeitnehmer

  • Steuer- und Sozialabgabenersparnis: Durch die Entgeltumwandlung reduziert sich das zu versteuernde Einkommen, was zu einer Ersparnis führt.
  • Zusätzliche Altersvorsorge: Die Direktversicherung ergänzt die gesetzliche Rente und kann die Versorgungslücke im Alter verringern.
  • Sicherheit: Die Leistungen sind durch den Versicherungsvertrag garantiert und unterliegen der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
  • Portabilität: Bei einem Arbeitgeberwechsel kann die Direktversicherung mitgenommen oder privat fortgeführt werden.

Mögliche Nachteile und Risiken

Trotz der zahlreichen Vorteile gibt es auch einige Aspekte, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer beachten sollten:

  • Begrenzte Flexibilität bei der Kapitalanlage: Die Direktversicherung wird in der Regel als klassische Lebensversicherung oder fondsgebundene Versicherung angeboten. Die Renditechancen sind daher begrenzt und hängen von der Entwicklung der Kapitalmärkte bzw. der Überschussbeteiligung des Versicherers ab.
  • Nachgelagerte Besteuerung: Die Auszahlungen im Versorgungsfall unterliegen der Besteuerung, was je nach persönlicher Situation zu einer Belastung führen kann.
  • Insolvenzschutz: Die Ansprüche aus der Direktversicherung sind durch den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) geschützt, falls der Arbeitgeber insolvent wird. Allerdings gilt dieser Schutz nur für arbeitgeberfinanzierte Beiträge, nicht für Entgeltumwandlungen.
  • Verwaltungskosten: Versicherungsverträge können mit hohen Abschluss- und Verwaltungskosten verbunden sein, die die Rendite schmälern.

Gestaltungsmöglichkeiten und Alternativen

Die Direktversicherung bietet verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, die an die Bedürfnisse des Unternehmens und der Mitarbeiter angepasst werden können:

  • Beitragshöhe: Die Beiträge können flexibel gestaltet werden, z. B. als fester Betrag oder als prozentualer Anteil des Gehalts.
  • Leistungsarten: Es kann zwischen Renten- oder Kapitalzahlungen gewählt werden.
  • Zusatzversicherungen: Optional können Zusatzversicherungen wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Hinterbliebenenabsicherung integriert werden.

Alternativ zur Direktversicherung können andere Durchführungswege der bAV in Betracht gezogen werden, z. B.:

  • Pensionskasse: Ähnlich wie die Direktversicherung, aber mit eigenen rechtlichen Rahmenbedingungen.
  • Pensionsfonds: Bietet mehr Flexibilität bei der Kapitalanlage, ist aber mit höheren Risiken verbunden.
  • Unterstützungskasse: Eignet sich besonders für höhere Versorgungszusagen, ist aber administrativ aufwendiger.
  • Pensionszusage: Bietet die größten Gestaltungsmöglichkeiten, ist aber mit hohen bilanziellen und administrativen Anforderungen verbunden.

Fazit: Direktversicherung als flexible und sichere Lösung

Die Direktversicherung ist ein bewährter und flexibler Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung, der sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer zahlreiche Vorteile bietet. Durch die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Vergünstigungen sowie die einfache Handhabung eignet sie sich besonders für kleine und mittelständische Unternehmen. Dennoch sollten die individuellen Bedürfnisse und Rahmenbedingungen sorgfältig geprüft werden, um die optimale Lösung für die betriebliche Altersversorgung zu finden.

Für eine fundierte Entscheidung empfiehlt es sich, fachkundige Beratung durch einen Experten für betriebliche Altersversorgung in Anspruch zu nehmen, um die verschiedenen Optionen und deren Auswirkungen zu bewerten.

FAQ

Häufige Fragen

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