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Checkliste Entgeltumwandlung: Schritt für Schritt zur betrieblichen Altersversorgung

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Bevor Sie mit der Entgeltumwandlung beginnen, sollten Sie folgende Punkte klären:

Auf einen Blick
Lesedauer ca. 4 Min.

Die wichtigsten Fakten

  • Die Entgeltumwandlung ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers.
  • Arbeitnehmer können einen Teil ihres Bruttogehalts in die betriebliche Altersversorgung umwandeln.
  • Die Entgeltumwandlung ist sozialversicherungsfrei und steuerlich begünstigt.
  • Es gibt verschiedene Durchführungswege für die betriebliche Altersversorgung.
  • Die Entgeltumwandlung ist eine freiwillige Leistung.
  • Steuerliche Vorteile können genutzt werden.
  • Arbeitsvertragliche Regelungen: Enthält Ihr Arbeitsvertrag eine Klausel zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) oder Entgeltumwandlung? Falls nicht, kann der Arbeitgeber die Einführung anbieten, ist dazu aber nicht verpflichtet.
  • Tarifvertragliche Vorgaben: Prüfen Sie, ob ein Tarifvertrag für Ihr Arbeitsverhältnis gilt. Manche Tarifverträge enthalten spezifische Regelungen zur bAV, die Vorrang vor individuellen Vereinbarungen haben.
  • Betriebsvereinbarung: Gibt es im Unternehmen eine Betriebsvereinbarung zur bAV? Diese kann Rahmenbedingungen wie Durchführungswege oder Arbeitgeberzuschüsse festlegen.
  • Durchführungswege: Welche Durchführungswege (z. B. Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse oder Direktzusage) bietet Ihr Arbeitgeber an? Die Wahl des Durchführungswegs beeinflusst die steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Aspekte.

2. Informationsbeschaffung: Wissen ist der erste Schritt

Eine fundierte Entscheidung setzt voraus, dass Sie die Vor- und Nachteile der Entgeltumwandlung kennen. Achten Sie auf folgende Punkte:

  • Vorteile der Entgeltumwandlung:
    • Steuerliche Vorteile: Beiträge sind bis zu bestimmten Grenzen steuerfrei (§ 3 Nr. 63 EStG).
    • Sozialversicherungsersparnis: Beiträge sind in der Ansparphase sozialversicherungsfrei (bis zur Beitragsbemessungsgrenze).
    • Arbeitgeberzuschuss: Seit 2019 ist ein Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15 % des umgewandelten Entgelts Pflicht, sofern der Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge einspart.
    • Flexibilität: Je nach Durchführungsweg können Sie die Beiträge anpassen oder die bAV bei einem Arbeitgeberwechsel mitnehmen.
  • Nachteile und Risiken:
    • Verzicht auf Nettoeinkommen: Durch die Umwandlung reduziert sich Ihr aktuelles Nettoeinkommen.
    • Rentenphase: Die späteren Auszahlungen unterliegen der Steuerpflicht und ggf. der Sozialversicherungspflicht.
    • Insolvenzrisiko: Bei einigen Durchführungswegen (z. B. Direktzusage) besteht ein theoretisches Insolvenzrisiko des Arbeitgebers, das jedoch durch den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) abgesichert ist.
    • Verfügbarkeit: Das angesparte Kapital ist in der Regel erst im Rentenalter verfügbar (Ausnahmen: z. B. bei schwerer Krankheit).
  • Beratung einholen: Nutzen Sie die Möglichkeit, sich von einem unabhängigen Berater oder Ihrem Arbeitgeber über die bAV informieren zu lassen. Viele Arbeitgeber bieten Informationsveranstaltungen oder individuelle Beratungstermine an.

3. Entscheidung treffen: Individuelle Situation analysieren

Nicht für jeden Arbeitnehmer ist die Entgeltumwandlung gleichermaßen sinnvoll. Berücksichtigen Sie folgende Faktoren:

  • Finanzielle Situation: Können Sie auf einen Teil Ihres Bruttoeinkommens verzichten, ohne Ihre laufenden Ausgaben zu gefährden?
  • Alter und Rentenlücke: Je jünger Sie sind, desto länger profitieren Sie von Zinseszins-Effekten. Gleichzeitig sollten Sie Ihre voraussichtliche Rentenlücke im Alter abschätzen.
  • Steuerliche Situation: Die steuerlichen Vorteile sind besonders attraktiv, wenn Sie in einer hohen Steuerklasse sind. Prüfen Sie, ob sich die Umwandlung für Sie lohnt.
  • Familienstand und Hinterbliebenenschutz: Möchten Sie Ihre Familie absichern? Manche bAV-Verträge bieten die Möglichkeit, Hinterbliebenenleistungen zu vereinbaren.
  • Flexibilität: Planen Sie in naher Zukunft größere Ausgaben (z. B. Immobilienkauf) oder einen Arbeitgeberwechsel? Dann könnte eine flexible Gestaltung der bAV sinnvoll sein.
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4. Vertragsgestaltung: Wichtige Punkte klären

Sobald Sie sich für die Entgeltumwandlung entschieden haben, geht es an die konkrete Vertragsgestaltung. Achten Sie auf folgende Aspekte:

  • Höhe der Umwandlung: Wie viel Ihres Bruttoeinkommens möchten Sie umwandeln? Beachten Sie die gesetzlichen Grenzen:
    • Steuerfrei: Bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Rentenversicherung (West) pro Jahr (§ 3 Nr. 63 EStG).
    • Sozialversicherungsfrei: Bis zu 4 % der BBG pro Jahr.
  • Arbeitgeberzuschuss: Klären Sie, ob und in welcher Höhe Ihr Arbeitgeber einen Zuschuss leistet. Seit 2019 ist ein Zuschuss von mindestens 15 % des umgewandelten Entgelts Pflicht, sofern der Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge einspart.
  • Laufzeit und Dynamik: Möchten Sie die Beiträge regelmäßig anpassen (z. B. durch eine Dynamikklausel)? Oder bevorzugen Sie eine feste Beitragshöhe?
  • Auszahlungsform: Entscheiden Sie, ob Sie später eine lebenslange Rente, eine Kapitalauszahlung oder eine Kombination aus beiden wünschen.
  • Hinterbliebenenschutz: Soll der Vertrag Leistungen für Hinterbliebene (z. B. Ehepartner, Kinder) vorsehen?
  • Übertragbarkeit: Prüfen Sie, ob der Vertrag bei einem Arbeitgeberwechsel mitgenommen werden kann (Portabilität).
  • Kosten: Informieren Sie sich über die anfallenden Gebühren (z. B. Abschlusskosten, Verwaltungskosten). Diese können die Rendite Ihrer bAV beeinflussen.

5. Umsetzung: Vertrag abschließen und überwachen

Nach der Entscheidung folgt die Umsetzung. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • Vertrag unterzeichnen: Schließen Sie den bAV-Vertrag mit Ihrem Arbeitgeber oder dem ausgewählten Versorgungsträger ab. Achten Sie darauf, dass alle vereinbarten Punkte schriftlich festgehalten werden.
  • Gehaltsabrechnung prüfen: Kontrollieren Sie nach der ersten Umwandlung Ihre Gehaltsabrechnung. Der umgewandelte Betrag sollte korrekt ausgewiesen sein, und der Arbeitgeberzuschuss muss berücksichtigt werden.
  • Dokumentation: Bewahren Sie alle Unterlagen (Vertrag, Informationsmaterial, Gehaltsabrechnungen) sorgfältig auf. Diese sind wichtig für spätere Nachweise gegenüber dem Finanzamt oder der Rentenversicherung.
  • Regelmäßige Überprüfung: Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen, ob die bAV noch zu Ihrer Lebenssituation passt. Bei Bedarf können Sie die Beitragshöhe anpassen oder den Vertrag kündigen (Achtung: Kündigungen sind oft mit Nachteilen verbunden).
  • Arbeitgeberwechsel: Informieren Sie sich rechtzeitig vor einem Arbeitgeberwechsel über die Möglichkeiten der Mitnahme (Portabilität) oder Übertragung Ihrer bAV.

6. Besonderheiten und Fallstricke

Die Entgeltumwandlung ist ein komplexes Thema mit einigen Besonderheiten. Beachten Sie folgende Punkte:

  • Riester-Förderung: Eine Entgeltumwandlung kann mit der Riester-Förderung kombiniert werden. Allerdings sind die steuerlichen Vorteile dann eingeschränkt.
  • Betriebsrente und Grundsicherung: Im Alter kann eine betriebliche Rente auf die Grundsicherung im Alter angerechnet werden. Dies ist besonders für Geringverdiener relevant.
  • Insolvenzschutz: Bei einigen Durchführungswegen (z. B. Direktzusage) ist das angesparte Kapital durch den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) geschützt. Informieren Sie sich über den Insolvenzschutz Ihres gewählten Durchführungswegs.
  • Steuerliche Behandlung in der Rentenphase: Die Auszahlungen aus der bAV unterliegen der Steuerpflicht. Zudem können Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge fällig werden.
  • Kündigung und Beitragsfreistellung: Eine Kündigung der bAV ist in der Regel nicht möglich oder mit hohen Verlusten verbunden. Eine Beitragsfreistellung kann eine Alternative sein.

Fazit: Entgeltumwandlung strukturiert angehen

Die Entgeltumwandlung ist ein effektives Instrument, um die gesetzliche Rente aufzustocken und von steuerlichen sowie sozialversicherungsrechtlichen Vorteilen zu profitieren. Mit dieser Checkliste können Sie den Prozess Schritt für Schritt angehen und typische Fehler vermeiden. Wichtig ist, dass Sie sich umfassend informieren, Ihre individuelle Situation analysieren und die Vertragsgestaltung sorgfältig prüfen. Bei Unsicherheiten sollten Sie sich von einem Experten beraten lassen, um die beste Entscheidung für Ihre Altersvorsorge zu treffen.

FAQ

Häufige Fragen

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